Was ist Affiliate Marketing?

Diese Frage stellt sich jedem, der diesen Begriff zum ersten mal hört. Marketing ist schon klar, aber was ist dieses Afiill..ähm… affali…Affiliate?

Im Grunde ist es ein ganz normales Vermittlungsgeschäft, nur dass es zu 90% über das Internet abgewickelt wird. Eine Art Empfehlungsgeschäft. In Deutschland sagt man auch schlicht „Partnerprogramm“ dazu.

Ich möchte es an einem Beispiel erklären. Stell Dir vor, Du wärst ein Programmierer von Computer-Software. Und zwar stellst Du in unserem Beispiel Software her, welche Kinder vor schädlichen Inhalten im Netz schützt.

Du hast also ein Produkt, welches gut ist und nach dem es Bedarf gibt.



 

Aber mit der eigentlichen Programmierung, hast Du natürlich noch keinen einzigen Cent verdient. Du musst Dein Produkt erst verkaufen. Was sich nun so simpel anhört, ist alles andere als simpel. Du musst erst mal Kunden finden. Du kannst nun den ganz normalen Handel zu bedienen. Ein Unternehmen presst Dein Programm auf 1000 CD, Du lässt 1000 CD-Cover inkl. 1000 Booklets drucken, kümmerst Dich um Werbung, darum, dass Deine Software irgendwie in den Handel kommt usw.

Das dies ein beschwerlicher Weg ist, liest man wahrscheinlich gerade schon raus, oder?

Affiliate-Marketing, die Alternative zum konservativen Vertrieb

Um Dir nun Affiliate-Marketing besser zu erklären, stell Dir vor, eine Bekannte von Dir, nennen wir sie Angelika, ist Erzieherin im benachbarten Kindergarten. Da sie ihren Beruf als wirkliche Berufung versteht, hat sie auch eine eigene Internetseite, auf der sie ihr Wissen mit der Welt teilt.

Bei einem Gespräch, stellst Du fest, dass Angelikas Webseitenbesucher genau die Klientel für Deine Software ist. Du bittest Angelika sich mal Dein Programm genau anzusehen, damit sie dann ihre Meinung sagen kann.

Zu deiner Freude ist Angelika von Deiner Seite begeistert. Gerade der Schutz der Kinder im Internet, ist ein viel diskutiertes Thema auf ihrer Internetseite und in verschiedenen Foren.

Du bietest Angelika nun einen Deal an. Du stellst Ihr Werbematerial zur Verfügung, wie zum Beispiel Werbebanner und Textartikel, welche Angelika auf Ihrer Webseite platziert. Wenn jetzt jemand auf den Banner klickt, öffnet sich ein neues Fenster mit deiner Produktseite. Wenn aufgrund dessen nun ein Interessent zum Kunden wird, also wenn er deine Software kauft, beteiligst du Angelika am Verkaufspreis und sie erhält somit eine Provision. Das ist die Basis des Affiliate-Marketing.

Nachdem du siehst, wie gut das funktioniert, spricht du auch noch andere Menschen an, welche sich mit Kindererziehung beschäftigen. Auch hier findest du wieder Menschen, welche im Internet zu diesem Thema rege aktiv sind.

Identifizierung des vermittelnden Affiliate

Nun hast du aber ein dickes Problem, wie möchtest du feststellen, von wem nun der Kunde gekommen ist?

Und hier kommt nun ein erster wichtiger Begriff ins Spiel:

Der Affiliate-Link

Jede Person, welche nun für deine Software Werbung macht, erhält von dir
einen individuellen Werbe-Hyper-Link. Eine Weiterleitung, die den Kunden auf deine Seite „weiter leitet“ und gleichzeitig den Vermittler identifiziert

Angenommen deine Seite heißt www.kinderschutz24.de

Dann würde der Werbe-Link ungefähr so aussehen:

www.kinderschutz24.de/p=adfhaefal8889 (dies ist ein fiktiver! Link)

Das sieht natürlich unglaublich hässlich aus, das kann man auch verschönern, was aber Thema eines späteren Artikels sein wird. Wichtig ist, dass du den Werber mit Hilfe dieses Affiliate-Links identifizieren kannst und die Besucher zu dir geleitet werden.

Einsatz von Affiliate-Links

OK, was können nun deine Werber mit diesem Link machen?

Sie können ihn „hinter“ einen Banner legen. Im Grunde klickt der Interessen gar nicht den Banner an, sondern den darin integrierten Werbe-Link.

Ich hoffe, soweit ist das verständlich. Bevor ich nun weiter erkläre, möchte ich gerne ein paar Begrifflichkeiten erläutern. Bei der Geschäftsabwicklung in unserem Beispiel gab es 3 Parteien.

Du, deine Bekannte und der Kunde.

Du bietest als Produzent die Ware an, im Internetfachchinesisch bist du somit der Merchant. Diese nennt man auch Advertiser oder Vendor.

Deine Bekannte ist der Affiliate bzw. auch Publisher genannt.

Der Kunde ist übrigens immer noch einfach der Kunde :-)

Vom Prinzip her ist das auch schon alles. Bevor wir jetzt ins Detail gehen, hier eine Skizze zur Verdeutlichung:

Was ist Affiliate Marketing?

 

 

Eine weitere Konstante im Affiliate-Marketing:
Das Affiliate-Netzwerk-Unternehmen

In unserem Beispiel bist du ja der Merchant, welcher die Affiliate anwirbt und mit den individuellen Affiliate-Links versorgst. Da dies aber nun auch nicht gerade einfach zu händeln ist, haben sich bestimmte Unternehmen auf genau dieses Geschäft konzentriert. Diese sogenannten Affiliate-Netwerke organisieren die komplette Abwicklung zwischen Merchant und Affiliate. Das fängt mit Erstellung der individuellen Affiliate-Links an, geht über die Versorgung von Werbemittel und endet mit der kompletten Zahlungsabwicklung.

Zurück zu unserem Beispiel:

Du hast also deine Software fertig gestellt und möchtest sie nun über ein Netzwerk von hunderten Affiliate vertreiben. Du meldest dich nun bei einen professionellen Unternehmen an.

Hier platzierst du deine Software und der Netzwerkbetreiber informiert seine hunderten Affiliate über dein Produkt. Wenn dein Produkt nun interessant ist und von den Affiliates des Netzwerkbetreibers angenommen wird, fangen ganz viele Menschen nun an, dein Produkt zu bewerben. Leute, die du absolut nicht kennst und höchstwahrscheinlich auch nie kennenlernen wirst, verkaufen nun dein Produkt!

Aber auch für deine Bekannte hat eine Zusammenarbeit mit einem Affiliate-Netzwerkbetreiber viele Vorteile:

Nach dem Angelika nun einige Euro mit der Bewerbung Deiner Software verdient hat, überlegt Sie sich, ob es nicht noch weitere interessante Sachen gibt, die sie mit gutem Gewissen auf ihrer Webseite bewerben könnte.

Sie meldet sich, genau wie du, bei einem Netzwerkbetreiber an und hat nun Zugang zu einem Internet-Marktplatz. Dieser Marktplatz beinhaltet alle Produkte von allen Merchants, welche mit dem Portal zusammen arbeiten. Angelika sucht nun über die Suche auf der Seite nach einem Produkt, welche zu ihrer Internet Seite passt. Dass kann eine Software sein, ein elektronisches Buch oder sogar ein Videokurs. In der Regel hat sie nun auch Zugriff auf die Werbemittel der einzelnen Merchants/Anbieter. Bei einigen muss sie sich erst anmelden bzw. bewerben und bei wiederum anderen kann sie sofort einsteigen.

Flixible und vielfälltige Vergütung

Aber Affiliate-Marketing geht über den reinen Verkauf von Produkten hinaus.

So gibt es zum Beispiel Angebote, da erhält der Affiliate eine Provision, wenn sich Interessenten beim Merchant registrieren lassen. Zum Beispiel für einen Newsletter. Oder wenn ein Interessent einfach nur auf den Banner klickt, um auf die Seite des Merchants weitergeleitet wird.

Folgende Einkommensarten gibt es:

  • Pay per Sale – Dabei handelt es sich um eine normale Verkaufsprovision
  • Pay per Lead – Hier erhält der Affiliate eine Provison für einen sogenannten Lead. Ein Lead ist ein Interessent, der seine Kontaktdaten beim Merchants hinterlassen hat.
  • Pay per Click – Dies ist eigentlich im Affiliate Marketing unüblich, aber kommt auch vor. Der Affiliate wird für den einzelnen Click des Interessenten auf den Banner des Merchants bezahlt.

Vorteile des Affiliate Marketing (auch in Bezug auf Affiliate-Netwzwerkbetreiber):

  • Auf einen Schlag Zugriff auf hunderte mit unter tausenden werbewilligen Menschen, die das Produkt vertreiben wollen
  • eine rasche Reichweitenerhöhung
  • Zielorientierte Werbung durch bestimmte Themen
  • Steigerung des Bekanntheitsgrades
  • Umsatzsteigerung

 

Es gibt noch einige Vorteile aber der stärkste dürfte wohl die Kosten betreffen. Bis auf wenige Ausnahmen, fallen dem Merchant erst dann Kosten an, wenn ein Verkauf getätigt wurde. Das ist für den Merchant ein riesiger Vorteil.

Affiliate Marketing bietet für beide Parteien eine Win-Win-Situation.

In späteren Artikeln werfen wir einen Blick auf die verschiedenen Affiliate Netzwerken, schauen uns an , wie man Produkte entwickelt und reden über das wohl größte Partnerprogramm im Internet.

Bis dahin wünsche ich Dir eine gute Woche

 

Mercy

 




{ 1 Kommentar }

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  • Peter 07.06.2013, 23:35

    DANKE Oliver für den Spitzenartikel. Du hast es echt gut erklärt. Auch für Laien verständlich. Habe Dich durch “Zufall” entdeckt. Über Digistore24. Über das Spickzettel Plugin. Bin echt gespannt darauf. Werde Dir mal berichten…

    Antworten
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