Mit Fragetechnik zum Erfolg

Mit Frageteechnik zum erfolg

Heute machen wir mit einem Thema weiter, welches ich im vergangen Jahr schon mal angesprochen habe.

Es geht um Gesprächsführung im Verkaufsgespräch. Allerdings kann man die folgenden Techniken auch im normalen Gespräch einsetzen. Wie im damaligen Artikel möchte ich auch hier betonen, dass die Führung eines Gespräches am besten mit Fragen funktioniert. Um eine Fragetechnik erfolgreich anzuwenden, bedarf es einiger Regeln, welche man kennen sollte.

Denn, wer fragt, der führt.

Dieses Sprichwort ist eines meiner Liebsten, wenn es um Kommunikation geht. Der Grund dafür ist einfach: Es stimmt! Selbstverständlich soll man es nicht in einem Verhör ausarten lassen. Im Grundsatz sollte es aber schon so sein, das der Verkäufer im Gespräch (ausgenommen der Erklärungsphase und Präsentation) gerade mal 20 – 40% Redevolumen hat und der Rest vom Gespräch der bzw. die Kunden.



Diese Art der Gesprächsführung hat unter anderem den Vorteil, dass du die „Verkaufstemperatur“ erkennst. Das bedeutet, du kannst anhand deiner Fragen ermitteln, wie weit das Gespräch noch vom Abschluss entfernt ist. Ein weiterer Vorteil ist es natürlich, dass du raus findest, ob du deinem Kunden im Gespräch mitgenommen hast. Es kommt vor, dass du in der Präsentation schon bei Punkt F bist, dein Kunde sich aber noch Gedanken zu Punkt C macht. Bau bei der Vorbereitung deiner Verkaufspräsentation unbedingt die Fragen schon ein. Sie helfen dir zudem den roten Faden im Gespräch nicht zu verlieren.

Erstelle dir einen Fragekatalog.

Das kann man auch wunderbar in der Gruppe als Teamarbeit erledigen. Es geht hier aber nicht um die Fragen, die dein Kunde evtl. stellt. Überlege dir Fragen, welche du deinen Kunden stellen wirst und wie er darauf antworten wird. Nach mehreren Gesprächen wirst Du und deine Kollegen schon herausfinden, was deine Kunden antworten, da es (fast) immer das Selbe ist. Brian Tracy schrieb mal in einem seiner tollen Büchern, das es max. 6 Haupteinwände gibt, die der Kunde einbringt, warum er nicht kaufen sollte. Und so sieht es auch mit den Antworten deiner Kunden auf deine Fragen aus. Du musst begreifen, dass du deinen Kunden durch das Gespräch „führst“.

Du bist der Experte, du bist der Wissende und du bist dafür verantwortlich, dass dein Kunde dein Produkt mit allen Vorteilen versteht. Formuliere in der Gesprächsvorbereitung die ersten Fragen komplett vor. Übe sie ein, bis du absolut Sattelfest bist. Je besser du sie verinnerlicht hast, desto glaubwürdiger sind sie. Nur mal am Rande, das trifft übrigens auf das komplette Verkaufsgespräch zu! Wenn ich von Köln nach Paris fahren will und kein Navigationsgerät benutzen will, werde ich diesen Weg auch planen. Und je besser ich plane, um so beruhigter kann ich los fahren.

OK, zurück zum Thema.

Konzentriere dich gerade am Anfang auf Ermittlungsfragen. Das sind die Fragen, mit denen du den Bedarf deines Kunden ermittelst.Die Bedarfsermittlung habe ich auch schon in einem früheren Kapitel beschrieben: http://www.clevere-jobs.de/das-verkaufsgesprach-die-bedarfsermittlung/

Nutze dein ganzes Repertoire an Fragearten die du kennst.

Setze je nach Gesprächsverlauf offene und geschlossene Fragen ein. Wobei offene Fragen, wie “Warum haben Sie..“,“Welche Erfahrungen haben Sie mit XY gemacht?“, „Was ist wirklich wichtig für Sie?“, dir die wichtige Informationen einbringen.

Mit Fragen kannst du deine Kunden begeistern, wenn du es richtig machst. Hier ein Beispiel aus der Zeit, als ich für das Kabelfernsehen tätig war. Wir führten damals das neue digitale TV ein und bei der Bedarfsermittlung stelle ich fest, dass es dem Kunden wichtig war, auch französische Kanäle zu empfangen, da seine Frau Französin ist. Ich hätte jetzt einfach sagen können: „Kein Problem, haben wir auch.“ Das wäre aber durchschnittlich gewesen und ich hätte damit wichtige Munition verschossen. Ich behielt diesen Bedarf erst mal für mich und am Ende des Gespräches fragte ich ihn, wie wichtig es für Ihn wäre, auch ausländische Programme zu empfangen. Der Kunde wurde richtig eifrig und sagte, das dies toll wäre. Gerade die französischen Kanäle würden ihn interessieren. Ich stellt noch ein paar Fragen mehr und der Kunde wurde immer positiver. Ein besserer Weg, als hätte ich sofort gesagt, das wir auch französische Kanäle haben, oder?

So eine Vorgehensweise fällt einem aber nicht Ad Hoc ein, sie entstand schon bei der Planung meines Verkaufsgesprächs. Stelle Deinem Kunden immer wieder Fragen, um zu kontrollieren, ob er noch bei dir ist. Es ist nichts ärgerlicher, als zu bemerken, dass man schon zu weit ist und der Kunde gar nicht mitkommt. Aber man sollte nicht platt fragen. Wie zum Beispiel mir letztens im Elektrogroßmarkt ergangen ist. Der Verkäufer fragte „Haben Sie das verstanden?“. Ich dachte nur bei mir „Nein, ich bin blöd“.

Stell es schlauer an. Frag doch einfach: “Was halten Sie davon?“, „Was halten Sie von der Funktion?“, „Ist das auch für sie wichtig?“

Ein gutes Mittel, mit dem du ab checken kannst, ob dein Kunde noch bei dir ist und dir folgen kann, besteht darin, zu schauen, wie viel Redevolumen du hast und wie viel dein Kunde. Ich sprach es ja schon Anfang des Artikels an. Je länger das Gespräch läuft, umso weniger solltest du reden. Wenn du deinen Kunden Fragen stellst, antwortet dein Kunde nicht nur mit der Stimme! Sein ganzer Körper redet mit dir. Achte also auf die Haltung und die Mimik deines Kunden. So manche nonverbale Antwort, wie Hände reiben, Kopf nicken oder „große Augen machen“, geben manchmal die klareren Antworten. Irgendwann wirst du mit deinen Fragen die Abschlussphase einläuten. Da diese Phase mit einer der Wichtigsten ist, und nicht mehr in diesen Artikel passt, werde ich dich auf einen späteren Artikel vertrösten.

Lange warten musst Du aber nicht. Nächste Woche werde ich dir zeigen, wie ich diesen Artikel hier in meinem Blog veröffentliche und dieser dann gleichzeitig auf Twitter und Facebook gepostet wird. Zudem schreibe ich das nächste Mal zusätzlich meine Gedanken über das Arbeitstempo und was man falsch machen kann. Danach geht es dann aber auch mit unserem Verkaufsgespräch weiter.

Wenn Dir dieser Artikel gefallen hat, erzähle deinen Freunden und Bekannten davon und teile ihn. Du weißt ja, Empfehlungsgeschäft ist das beste Geschäft!

Dir eine tolle Woche

 

Dein

Mercy

 



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Das Verkaufsgespräch – Verkaufsverhandlung
Wie Du den Kunden gewinnst

Verhandlung

Hallo liebe Leser, nachdem ich im letzten Artikel die Präsentation beschrieb, wenden wir uns nun folgendem Thema zu:

Verkaufsverhandlung

Optimal wäre nun, wenn der Interessent nach der Präsentation schon sagt: „Super, ist gekauft“.

Dann brauchst Du ihm nur noch zeigen, wo er unterschreiben muss und alles ist geritzt. Doch leider, leider ist es dann doch nicht immer so einfach. Der Gesprächspartner hat auf einmal Fragen, Einwände oder andere Überraschungen auf Lager. Das ist nun nichts Ungewöhnliches und kein Verkäufer sollte vor dieser Situation Angst haben.



 

Fragen

Wenn Dein Kunde Fragen stellt, siehst Du, dass er dir gefolgt ist, aber noch nicht alles verstanden hat. Jede Frage ist im Grunde ein Kaufsignal. Fragt der Kunde nach der Größe, Farbe, Ausstattung usw., kann man davon ausgehen, dass er sich prinzipiell einen Kauf vorstellen kann. Also sind Frage willkommene Reaktionen, welche dich deinem Ziel näher bringen. Ein großer Verkaufstrainer, ich glaube es war mal wieder Brian Tracy, sagte: „Fragen sind die Straße zum Abschluss“. Naja, oder so ähnlich 😉

Es gibt tatsächlich Verkäufer, die absichtlich einige Dinge nicht ganz erklären, weil sie wissen, dass der Kunde danach fragen wird. Hört sich komisch an, ist es aber nicht. Das funktioniert zum Beispiel so:

Der Kunde kommt in einen Elektronikmarkt und spricht den Berater auf Autoradios an. Gehen wir davon aus, dass unser Berater ein geschulter Verkäufer ist und den Kunden nach seinen Wünschen zum Autoradio fragt (Bedarfsermittlung). Der Kunde erzählt nun, dass es ihm wichtig wäre, dass es eine USB Schnittstelle hat, das Display blau leuchtet und das man CDs mit mp3 Dateien abspielen lassen kann.

Nun sucht der Berater dem Kunden mit folgenden Worten ein Autoradio aus: „Oh, da habe ich was ganz Besonderes für Sie“. Er erklärt ihm die Vorzüge des Radios mit dem eingebauten CD-Spieler und dem blauen Display, sagt aber erst mal nichts über den USB-Anschluss. Er fragt im Anschluss den Kunden, ob ihm das Radio gefällt. Höchst wahrscheinlich wird der Kunde nun nach dem USB-Anschluss fragen.

Der Verkäufer antwortet: „Ach, das ist ja überhaupt das Beste an dem Gerät. Schauen sie mal hier hinter der kleinen Klappe, da liegt der USB-Anschluss. Gut geschützt vor Staub und Feuchtigkeit.“

Welchen Vorteil hat der Verkäufer durch dieses Vorgehen?

Wenn er es begeistert rüber bringt, hat er einen begeisterten Kunden. Er baut mit der Frage des Kunden einen Spannungsbogen beim Kunden auf.  Mit der Beantwortung der Frage, der Nennung der zusätzlichen Vorteile (Klappe schützt vor Staub) und der Begeisterung beim Erklären, löst sich die Spannung des Kunden und er lässt sich von der Begeisterung anstecken.

Ich weiß, das liest sich etwas eigenartig, aber probiere es einfach mal aus.

 

Einwände

Einwände sind oft nur „verpackte Frage“. Ich persönlich unterscheide 3 Arten von Einwände:

  1. Der reguläre Einwand
  2. Der Vorwand
  3. Die Bedingung

Den Unterschied der einzelnen Arten habe ich schon in meinem Blog mit ein paar Beispielen aufgebröselt. Ihr findet den Artikel unter: http://www.clevere-jobs.de/einwande

Heute möchte ich mich mehr auf die Einwandbehandlung konzentrieren. Für alle, die den Artikel bzgl. der 3 verschiedenen Arten der Einwände noch nicht kennen, sind nun herzlich eingeladen, ihn sich mal anzuschauen 😉

Bevor es nun wirklich spannen wird, noch kurz ein paar Fakten zu Einwänden:

  • Einwände sind nie persönlich
  • Einwände stellen die Frage: „Worin besteht der Vorteil, wenn ich bei Ihnen kaufe?“
  • Auch für den Kunden stellen Einwände eine gewisse Spannung dar.
  • Keine Einwände – kein Kunde
  • Es gibt grundsätzlich nicht mehr wie 6 Haupteinwände, das Produkt und/oder die Dienstleistung nicht zu kaufen

 

So reagiert man auf Einwände:

  • Einwände wie Fragen behandeln
  • Raus finden ob es sich über einen Einwand, Vorwand oder eine Bedingung handelt
  • Einwände in aller Ruhe anhören, so als ob es die interessanteste Frage ist, die du je über dein Produkt gehört hast.
  • Den Kunden aussprechen lassen
  • Den Kunden zu Einwänden ermutigen, nur so erhält man Infos
  • Nach Beantwortung des Einwandes den Kunden fragen: „Stellt Sie das zufrieden? Beantwortet das Ihre Frage?“
  • Während des gesamten Gesprächs das Haupthindernis suchen.

 

So, jetzt aber zu den Tipps. Auf geht’s:

Wie meinen Sie das?

Der Kunde bringt einen Einwand und du fragst ihn: „Wie meinen Sie das?“
Diese simple Frage hat viele Vorteile.

  • Missverständnisse werden ausgeräumt, da du nach der Erklärung des Kunden wirklich genau weist, was der Kunde meint.
  • Es kommt oft vor, dass der Kunde merkt, dass sein Einwand wenig Sinn macht oder er beantwortet sich ihn selber. Du hast Zeit, während der Kunde nun seinen Einwand näher erklärt, deine Antwort zu formulieren

 

Warum empfinden Sie so?

Es gibt Einwände, welche beim Hören wenig Sinn machen und sehr wahrscheinlich eher den Verkäufer verunsichern sollen (Ja, es gibt böse Kunden). Bei so einem Manöver stellst du die Frage:

„Warum empfinden Sie so?“

Der Grund ist ganz einfach. Wenn du fragen würdest, warum er so denkt, kann er es dir erklären. Wenn du aber fragst, warum er so empfindet, ist das schon bedeutend schwerer. Dies ist eine der simplen Techniken, die ich am Anfang eher belächelt habe, mir aber dann oft die Gesprächsführung gerettet hat.

 

Die „fühlen-gefühlt-gefunden Methode

Ja, meine absolute Lieblings-Einwandbehandlung. Wenn im richtigen Zeitpunkt gestellt, führt sie direkt zum Abschluss. Aber sie muss ehrlich gemeint sein und funktioniert am besten, wenn es sich um einen Einwand aus Unsicherheit handelt.

Der Kunde ist sich aus irgendeinem Grund unsicher. Das kann viele Gründe haben. Zeit, Umfeld, Meinung anderer usw. Nun verwendest du die „fühlen-gefühlt-gefunden Methode“:

„Herr / Frau Kunde, ich weiß genau was Sie empfinden (fühlen), viele unserer Kunden hatten das gleiche Gefühl (gefühlt), als sie das erste Mal den Preis hörten. Sie haben alle jedoch herausgefunden (gefunden), dass die Qualität des Produktes, der Service, die gewonnenen Umsatzsteigerung, usw. den Preis bei weitem überwog“

Großartige Methode,oder?

 

Die „Aber trotzdem – Methode“

OK, eigentlich habe ich das Wort „Aber“ fast gänzlich aus meinem Verkaufsgespräch gestrichen, aber hier ist es Gold wert. Diese Methode ist zum Beispiel bei Einwänden bzgl. des augenscheinlichen hohen Preises wirksam. Der Kunde bemängelt also den zu hohen Preis.
Du antwortest nun:

„Herr / Frau Kunde, Sie haben recht, unser Produkt ist teurer als beim Wettbewerb. Aber wir verkaufen dennoch jährlich in ganz Deutschland Tausende. Wollen Sie wissen warum?“

Und schon bist Du wieder im Rennen.

 

Die „Einklemmen-Methode“

Das ist eine Methode, welche nicht nur für Einwände geeignet ist, sondern auch für den direkten Abschluss des Geschäfts. Man kann sie direkt am Anfang eines Gespräches, nach einem Einwand oder beim Abschluss einsetzen. Wir nehmen in diesem Artikel einfach mal die Einwand-Situation an. Der Kunde kommt mit einem Einwand. Bevor du nun auf den Einwand eingehst, sagst du Folgendes:

„Lieber Kunde, das ist ein wichtiger Punkt. Wenn ich Ihnen diesen Punkt zu Ihrer vollsten Zufriedenheit kläre, sind wir dann Geschäftspartner?“

oder

„Oh, das ist ein berechtigter Einwand Herr Kunde. Wen wir bei diesem Punkt auf einen gemeinsamen Nenner kommen, sind wir dann im Geschäft?“

Der Kunde sagt nun „Ja“ oder „Nein“ oder „Da wäre noch was“. Egal wie er antwortet, du hast auf jeden Fall Klarheit. Wenn dein Kunde “Ja“ sagt, hat er wenig Rückzugsmöglichkeiten, da dies eigentlich schon der Abschluss war. Du musst nur noch seinen Einwand lösen und das Geschäft ist gemacht.

 

Einwand „Keine Zeit“

Das war ein Einwand, dem ich persönlich viele Jahre ein wenig hilflos gegenüberstand.
Ich habe dann zwar eine tolle Antwort gefunden, leider habe ich mir nicht gemerkt, wo ich das gelesen habe. Sollte einer von Euch die Antwort hier kennen, würde ich mich freuen, wenn ihr mir kurz ein Feedback gebt.

OK, nun zum Einwand. Der Kunde sagt, dass er keine Zeit für dich hat. Deine Antwort sieht ungefähr so aus:

„Herr Kunde, ich habe mir schon gedacht, dass Sie einen vollen Terminkalender haben.

Dann ist es sicher auch in Ihrem Sinne, keine stundenlange Präsentation abzustimmen, sondern in wenigen Minuten einmal zu prüfen, wie Sie in Zusammenhang mit unserem Service zum Beispiel Ihre Stromkosten drastisch senken können.

Danach entscheiden Sie, wie unser Kontakt weiter verläuft.

Welcher Zeitpunkt ist denn grundsätzlich besser geeignet. Im Laufe des Vormittags oder besser am Nachmittag?“

Ich gebe zu, dass ich selber diese Antwort auswendig gelernt habe, da sie alles hat, was man für diesen „Killer“ braucht. Auch wenn der zweite Teil etwas suggestiv daher kommt, erhöht diese Antwort die Chance auf einen Termin immens.

 

Es ist ja auch ein – Methode

Wieder einmal geht’s um Geld. Dein Produkt ist natürlich wieder viel zu teuer. Anstatt nun den Preis zu rechtfertigen, kann diese Methode schon oft reichen.

Sie kommt, soweit ich weiß, aus dem Autoverkauf bei hochpreisigen Marken. Es funktioniert ganz einfach. Der Kunde sagt, der Wagen ist ja xy tausend Euro teurer als ein Auto der Marke xyz. Der geschulte Verkäufer antwortet einfach:

„Ja, es ist ja auch ein Mercedes“

oder

„Ja, Sie haben vollkommen recht. Es ist ja auch ein BMW“

Die Methode funktioniert aber auch bei anderen Produkten:

Ja, es ist ja auch aus Platin
Ja, es ist ja auch Handarbeit
Ja, es ist ja auch von XYZ entworfen

Das Wichtigste ist, es findet hier keine Rechtfertigung statt.

 

Nun die letzte Einwandbehandlung, eine, welche ich selber rausgefunden habe 😉

Ich nenne Sie die „Meine Oma –Methode“

Funktioniert ganz einfach. Omas haben immer recht. Ich benutze dies oft bei Preisgesprächen bzgl. qualitativ hochwertiger Produkte.

Der Kunde findet den Preis zu hoch und ich sage:

„Wissen Sie was? Meine Oma hat früher immer gesagt: Wer billig kauft, kauft zweimal!“

Du kannst mir das nun glauben oder auch nicht, doch das wirkt! Ich war selber baff und habe das nur per Zufall rausgefunden. Danach habe ich es noch sehr oft angewendet. Ich glaube das funktioniert so gut, weil es auch stimmt. Es passt auch von der Logik. Eine andere Variante:

„Wissen Sie was? Meine Oma hat früher immer gesagt: Ich bin zu arm, um billig einzukaufen!“

So, das war es für heute. Ich hoffe, du kannst den einen oder anderen Ratschlag von mir gewinnbringend nutzen.

Eine erfolgreiche Woche

 

Mercy

 



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Das Verkaufsgespräch – Die Bedarfsermittlung

Bedarfsermittlung

Hallo liebe Wissbegierige, ohne große Umschweife springen wir direkt ins nächste Thema:

Das Verkaufsgespräch – Bedarfsermittlung

Nach dem wir nun Harmonie und Sympathie aufgebaut haben, kommen wir zum Geschäft.

Folgende Einleitungen bzw. Übergänge kannst Du nun nach dem Small Talk verwenden:

„OK, dann werden wir mal schauen, ob ich Ihnen helfen kann!“

Kommt auf den Kunden an, einige Kunden finden es toll, dass du helfen willst und fühlen sich dabei wohl, andere finden es weniger lustig, da sie nie nach Hilfe gebeten haben und sich eher bemuttert fühlen.

„OK, dann lassen Sie uns doch mal schauen, ob ich Ihnen dienlich sein kann“

Auch hier gibt es verschiedene Reaktionen. Ältere Menschen können damit mehr anfangen und empfinden es gar nicht als schwulstige Art des Bettelns. Einige werden dich verblüfft anschauen und gar nicht so ganz glauben, was sie gerade gehört haben. Du willst „dienlich“ sein? Also gar nichts verkaufen, sondern dienen?



 

Ich benutzte dieses Vokabular bei Kunden und Interessenten, die eher etwas unsicher und nervös sind. Ich versuche damit tiefzustapeln und ihm ein Zeichen zu geben: „Hey, ich bin nicht gegen Dich und ich will Dir nichts andrehen!“  Das funktioniert gut, allerdings nur, wenn Du es auch wirklich so meinst. Hast Du nur Dollar-Noten im Kopf, merkt Dein Kunde das und das vergiftet das Gespräch.

Es gibt sogar die Strategie, sehr direkt einzuleiten.

„OK, dann lassen Sie uns mal schauen, ob ich Ihnen was verkaufen kann.“

Ich kenne einige Verkäufer, die in diesem Spiel Meister sind. Ich bin es nicht, da es überhaupt nicht meine Art und Weise zu verkaufen ist. Es ist für mich kein Kampf, denn da gibt es meist nur einen Sieger. Langfristig strebe ich aber die Win-Win- Situation an. Und die kann man super wie folgt einleiten:

„OK, dann schauen wir mal, wie wir ins Geschäft kommen!“

Das sage ich am liebsten. Es ist genial neutral. Der Kunde weiß, warum ich da bin, er hört aber auch, dass ich sage „…wie wir….“. Mir ist es wichtig, dem Kunden eine Partnerschaft aufzuzeigen. Beide auf derselben Höhe. Das schafft nicht nur Vertrauen, sondern hilft auch schon mal, den Kunden ein wenig zu lenken. Jo, das hört sich jetzt ganz böse an, ist es aber nicht. Unser Ziel ist nun mal die Win-Win-Situation.

Als Erstes muss man natürlich schauen, ob keine Bedingung den Verkauf unmöglich macht. Aufmerksame Leser kenne die „Bedingung“ schon aus einem älteren Artikel von mir. Es handelt sich dabei um eine Situation, an der man nichts ändern kann. Ein Beispiel wäre, einem Eigentümer eines Flachdachbungalows Dachpfannen zu verkaufen.

Da sollte man am besten nicht erst im Verkaufsgespräch, sondern schon bei der Akquise drauf achten. Ich selber bin auch mal in so eine Bedingung rein getappt. Ich war für ein Öko-Strom-Unternehmen tätig und hatte ein sehr angenehmes und erfolgreiches Verkaufsgespräch geführt und bin auch zum Abschluss gekommen.

Dann musste ich den Zählerstand ablesen und fand einen Stromzähler vor, den ich so nicht kannte. Es stellte sich raus, dass die Kundin eine Nachtstromheizung hatte. Diese Heizungen wurden leider von dem Unternehmen nicht abgedeckt und alles war für die Katz (OK, es gab noch Empfehlungen, die hätte es aber auch so gegeben).

Du kannst Dir vorstellen, was ich damals nach dieser Bedingung bei neuen Interessenten als Erstes gecheckt habe 😉

Bei der Bedarfsermittlung geht es eigentlich um etwas anderes. Es geht ums !“Bedarf wecken“!

Um mal beim Strom zu bleiben. Bevor ich den Kunden angesprochen habe, hatte er keinen Bedarf. Er steckte seine elektrischen Geräte in die Steckdose und verbrauchte Strom. Dieser wurde ihm dann in Rechnung gestellt, er zahlte die Rechnung und damit war der Käs gegessen.

Erst als ich bei der Akquise für mein Produkt warb und ihn drauf ansprach, weckte ich einen Bedarf.

Und nun saß ich vor ihm in seiner Küche und ermittelte, wie hoch sein Bedarf ist. Es gibt dann 2 Arten der Bedarfsermittlung. Die ZDF Ermittlung (Zahlen, Daten, Fakten) und die persönliche Vorteils-Ermittlung. Beides ist wichtig, um zum Angebot zu kommen.

Und beides ermittelt man durch Fragen!

Es gibt geschlossene und offene Fragen, die uns zum Ziel führen. Bei geschlossenen Fragen gibt es nur eine direkte Antwort. Beispiel: „Wie viel kW haben sie letztes Jahr verbraucht?“ Hier kann der Kunde nur eine Zahl nennen. Eine geschlossene Informationsfrage.

Bei offenen Fragen, kann der Kunde mehr erzählen und ich finde, wenn ich genau zuhöre, Kaufargumente, die für den Kunden wichtig sind.

Beispiel:

Ich: Von wem beziehen Sie Ihren Strom? (geschlossene Frage)
Kunde: Bei den Stadtwerken.
Ich: Wie lange sind Sie schon bei den Stadtwerken? (geschlossene Frage)
Kunde: Seit ich hier wohne, also ca. 10 Jahre.
Ich: Wie hoch ist ihr Verbrauch im Jahr?
Kunde: Wir verbrauchen XYZ  kW im Jahr.


Das waren nun ZDF Fragen. Ich brauche diese Daten für mein Angebot. Nun kommen wir zu den öffnenden Informationsfragen.

Ich: Was hat Ihnen bei den Stadtwerken bis heute am besten gefallen? (Offene Frage)
Kunde: Naja, die sind um die Ecke, sind blablablablablabla
Ich: Und was könnte noch besser werden?
Kunde: Könnten billiger sein, Öko-Strom blablabla
Ich: OK, mal angenommen, ich könnte Ihnen das bieten, könnten Sie sich vorstellen zu mir zu wechseln / zu meinem Unternehmen zu wechseln? (Geschlossene Frage)

 

Dies war übrigens schon ein Abschluss! Laut Brian Tracy, der begnadeter Verkaufscoach, müssen wir in einem Verkaufsgespräch 7-mal nach dem Auftrag, dem Abschluss fragen. Das war schon mal die erste Frage nach dem Auftrag. Dazu aber in einem späteren Artikel mehr.

Kunde: Ja, das kann ich mir vorstellen.

 

Sollte der Kunden zu diesem Zeitpunkt „Nein“ sagen, dann frage ihn einfach, was du machen müsstest, damit er wechselt.  So erkennst du, ob es der Kunde auch ehrlich mit dir meinst oder nur ein „Seh-Mann“ ist. In diesem Step lasse ich mir die Jahresabrechnung geben und vergleiche schon mal die Zahlen.

Ich: Herr/Frau Kunde, wenn ich die Zahlen hier sehen, kann ich erkennen, dass ich Ihnen ein  gutes Angebot machen kann. Bevor ich dies aber mache, habe ich aber noch ein paar Fragen. Je nachdem wie Sie entscheiden, kann sich der Preis ändern, ok?
Kunde: Ja klar, fragen Sie.
Ich: Wie lange dürfte für Sie maximal eine Vertragslaufzeit sein? Bestehen Sie auf eine Preisgarantie und wenn ja, wie lange sollte diese Garantie sein? Müllstrom oder lieber Ökostrom?


Ich stelle nun die Fragen, die für mein Angebot wichtig sind. Wenn ich ein Auto verkaufe, sind das natürlich andere Fragen, und wenn ich Finanzprodukte, verkaufe auch, aber das Prinzip ist gleich.

Richtig WICHTIG für mich ist aber, dass Du eines erkennst!

Ich habe bis hierhin nur Fragen gestellt.

Die Gespräche laufen wirklich so ab! Wenn ich mal einen Satz ohne ein Fragezeichen stelle, dann sind es meist Bestätigungssätze zum Harmonieaufbau.

WER FRAGT DER FÜHRT!

Die Kunst ist natürlich geschickt und interessant zu Fragen. Öffnende Informationsfragen beginnen in der Regel mit einen „W“

Wodurch, Wie oft, Wozu, Wie viel, Wer, Wem, Wessen, Wann, Wieso, Weshalb, Worüber, usw.

Ich persönlich verzichte nach Möglichkeit auf das Wort „Warum“. Dieses ist meist negativ geprägt und der Kunde reagiert oft mit Rechfertigung. Dies gibt dem Gespräch einen negativen Touch, den ich verhindern will. Es gibt so viele W-Frage, variiere deine Fragen, damit es spannend bleibt. Wenn du jedes Mal fragst: „Weshalb haben Sie dies? Weshalb haben sie das? Weshalb ist das so?“, dann schläft dein Kunde ein.

OK, zurück zum Thema. Die Antworten des Kunden liefern mir die Argumente, die ich zum Schluss brauche, um das Geschäft mit dem Kunden abzuschließen und so eine Win-Win-Situation zu erschaffen. Und natürlich, welcher Bedarf besteht. Meist ist der Bedarf viel höher als der Kunde zu Beginn unseres Gesprächs dachte.

Ich zeige ihm, dass er Bedarf an Geld hat, und zeige ihm, wie er mit dem Anbieterwechseln im Stromsektor diesen Bedarf befriedigen kann. Nachdem ich alle Informationen erhalten habe, erstelle ich dem Kunden das Angebot. Beim Stromgeschäft geht das natürlich direkt am Küchentisch, wenn mein Kunde eine Privatperson mit normalen Verbrauch ist. Anders sieht es natürlich aus, wenn ich für eine riesige Firma mit einem sehr hohen Verbrauch den Bedarf ermittele. Hier wird natürlich ein Angebot später erstellt und an diesem Punkt ein neuer Termin vereinbart.

Ein Tipp nebenbei. Unternehmen haben in der Regel 2-mal Bedarf:

  1. Den Bedarf mehr Umsatz zu machen
  2. Den Bedarf Geld einzusparen

Beides erhöht den Gewinn und darum geht es den Unternehmen zu 85%. Die restlichen 15% sind vorgeschriebener Bedarf. Zum Beispiel wenn es Auflagen gibt, die ein Unternehmen von Amtswegen erfüllen muss oder Ähnlichem.

So, das war es auch schon wieder. Wie wir die Daten und Informationen, welche wir ermittelt haben, verarbeiten und unser Produkt präsentieren, das zeige ich im nächsten Artikel.

Beste Grüße und eine erfolgreiche Woche

 

Mercy

 



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