(c) Martina Floßdorf

Mancher, der als selbstständiger Vertriebler oder Marketer tätig ist, hat vielleicht schon mit dem Gedanken gespielt, Cloud-Software einzusetzen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Was in der Cloud läuft, ist überall erreichbar, wo ein Internetanschluss verfügbar ist. Das macht die neue Technologie für alle so interessant, die viel unterwegs sind oder einfach ortsunabhängig arbeiten wollen. Inzwischen gibt es auch eine ansehnliche Auswahl an Kundenverwaltungs- und CRM-Software, Rechnungsprogrammen und Buchhaltungslösungen. Immer wieder wird aber auch das Thema Sicherheit diskutiert. Manche einer, der privat Fotos oder E-Mails in der Cloud ablegt, hat beim Thema Unternehmensdaten ein Problem mit der Wolke.

Darauf sollte man achten, wenn man in die Cloud geht:

  1. Deutscher Anbieter
    Auch wenn der Begriff es suggeriert: Die Cloud ist keine imaginärer Ort. Daten und Software werden in ganz konkreten Rechenzentren an bestimmten Standorten gespeichert. Diese sollten möglichst in Deutschland liegen, weil der Anbieter dann hiesigem Recht unterliegt – auch beim Thema Datenschutz.
  2. Sicherheitsmaßnahmen des Anbieters
    Der Anbieter sollte transparent machen, welche Maßnahmen er ergreift, um Daten zu schützen (z.B. verschlüsselte Übertragung, Sicherheitsmaßnahmen im Rechenzentrum).
  3. Vertrauenswürdigkeit des Anbieters
    Wie professionell tritt der Anbieter auf? Kann er Referenzen vorwiesen und kann man diese auch kontaktieren, um Informationen einzuholen?

    Da die Cloud-Technologie noch neu ist, sind Verbände und Organisationen derzeit bemüht, Gütesiegel zu entwickeln. Bis diese etabliert sind, sollte man darauf achten, ob der Anbieter Zertifikate anderer unabhängiger Stellen (z.B. TÜV, ISO) vorweisen kann. Eine Buchhaltungslösung muss – egal ob in der Cloud oder nicht – die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchhaltung (GoB) bzw. die Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU) erfüllen. Auch besondere Auszeichnungen werfen ein gutes Licht auf den Anbieter. Wichtig auch: Kann man sich wieder problemlos vom Anbieter trennen? Das ist nur möglich, wenn man seine Daten exportieren kann.
  4. Funktionalität
    Viele Cloud-Lösungen sind noch jung und meist nicht funktional ausgereift. Deshalb sollte man sich nicht vom oftmals günstigen Preis blenden lassen und sehr genau checken, ob die Software auch die eigenen Anforderungen erfüllt. Bei geschäftsentscheidenden Funktionen sollte man keine Kompromisse machen. Das Gute in diesem Zusammenhang ist, dass viele Cloud-Anbieter einen kostenlosen Test ihrer Produkte anbieten. Dies sollte man intensiv nutzen.
  5. Service Level Agreements oder vergleichbare Vereinbarungen
    Mit einigen Anbietern geht man sogenannte SLAs (Service Level Agreements) – zu Deutsch Dienstgütevereinbarung (DGV) – ein. Das ist nicht verkehrt, weil darin die Pflichten des Anbieters sehr genau festgelegt sind. Es handelt es sich hier um rechtlich bindende Verträge, in denen Punkte wie Leistungsbeschreibung, Verfügbarkeit und Preisgestaltung enthalten sind. Wenn es keine separaten SLAs gibt, sollten wichtige Punkte an anderer Stelle geklärt sein (z.B. in den AGB des Anbieters).

Wer diese Punkte beachtet, dürfte in Sachen Cloud Computing auf der sicheren Seite stehen.

 




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