Plädoyer für den Verkäufer

Plädoyer für den Verkäufer
Was bist du von Beruf?

Kennen Sie das? Sie werden mit dieser, zugegeben grammatikalisch haarsträubenden Frage konfrontiert.

„Was bist Du von Beruf“?

„Ähm, ja, ich bin Vertriebsbeauftragter, Kundenberater, Servicemitarbeiter, Firmenrepräsentant, Customer Manager, blablablub…“

„Was bist Du???“

„Also, ich geh zu den Kunden und zeige ihm die tollen Produkte unseres Unternehmens, überzeuge ihn von den Vorteilen, die er hat und bringe das dann zum Abschluss.“

„Ach, du bist ein Verkäufer, richtig?“

 „Ähm, ja, so kann man das auch sagen.“

 



 

Denken Sie, diese Unterhaltung ist frei erfunden? Glauben Sie, dass dieser Gesprächsverlauf aus der Langeweile des Autors resultiert?  Nein, dem ist nicht so.

Viele Verkäufer drucksen rum, wenn es darum geht, zu sagen, was man beruflich macht. Man kann manchmal das Gefühl haben, dass sie sich deswegen ein wenig schämen.

“Freunde, wir sind keine Drücker, die an Haustüren den Fuß rein stellen müssen, um einer verängstigten Hausfrau ein Zeitungsabo zu verkaufen.”

 

Wir sind der Welt aufgeschlossene Personen, die durch das Leben ziehen und unseren Kunden die besten Produkte/Dienstleistungen ins Haus bringen.

Wir haben den Mut, unangekündigt in der Firma XY aufzutauchen und nach dem Geschäftsführer bzgl. einer Produktpräsentation zu fragen.

Wir veranstalten Verkaufsabende bei uns oder bei Freunden, um der Welt die Vorteile von bestimmten Dosen mit zuteilen, und dass, obwohl gerade unsere Lieblingsserie im Fernseher läuft.

Wir sitzen geduldig (beharrlich) vor unserem Kunden und erklären ihm seine Frage auch gerne zum dritten Mal.

Wir helfen unsere Kunden Entscheidungen zu treffen, die er ohne unsere Hilfe niemals gemacht hätte.

Hunderte, wenn nicht tausender unserer Kollegen geben Unsummen aus für „Verkaufsseminare“ oder „Verkaufsbücher“, für „Verkaufs-CDs“ oder „Verkaufs-DvDs“, aber wenn es darum geht, zu sagen, was wir sind drucksen wir rum.

Wir Verkäufer sind die Ritter der Wirtschaft. Wir rennen draußen rum und kämpfen an der Front für unser Unternehmen. Dafür werden wir bezahlt. Wir nehmen dafür viel auf uns. Ablehnung müssen wir erfahren, müssen uns ständig weiterbilden und selber coachen, sind manchmal zu Zeiten unterwegs, wo andere gemütlich mit ner Flasche Bier vorm TV sitzen.

Wenn andere Leute mit ihren Freunden ins Kino gehen, sitzen wir evtl. wieder bei Kunden und verrichten unsere Arbeit.

Und warum machen wir das?

Weil wir es können!

Weil wir gut darin sind und die Wirtschaft am Laufen halten. Und weil wir in unserem Beruf Möglichkeiten haben, von denen Andere nicht mal träumen. Nicht nur, dass wir unser Gehalt selbst bestimmen können (solange man von seinem Unternehmen nicht „gedeckelt„ wird, dann ist man aber auch im falschen Unternehmen), nein, wir lernen immer neue Leute kennen, bauen Beziehungen und Netzwerke auf.

Wir, beziehungsweise unsere Leistung ist messbar! Das ist unendlich wichtig.

Wir stellen uns dieser Kontrolle und zeigen, was wir drauf haben. Ich weiß nicht, ob das einem Beamten oder so manchem Angestellten recht wäre, wenn man am Ende des Monats seine Leistung in Zahlen, Daten Fakten ablesen könnte. Ich sehe schon vor dem geistigen Auge, wie Bsirske wegen angeblicher Unmenschlichkeit wild gestikulierend lamentieren würde^^

Nein, Freunde, wenn Euch das nächste Mal einer fragt: „Was bist Du von Beruf?“

Dann schaut ihn selbstbewusst an, steht gerade und sagt ihm:

„Ich bin ein Verkäufer!“

In diesem Sinne eine erfolgreiche Woche

 

Mercy

 




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