Zweiter Themenbereich:

Was ist noch für unsere Entscheidung verantwortlich?

Selbstverständlich sind alle Entscheidungen, die wir und unsere Kunden treffen rein rational. Wir sind halt Wesen mit Verstand und Logik.

Ist dem wirklich so? OK, dass wir Verstand haben stimmt (auch wenn nicht jeder den einsetzt), dass wir Logik kennen auch, aber heißt dies im Umkehrschluss, dass wir wirklich sachlich, also rational handeln?

Sicher nicht! Man geht davon aus, das 80% aller Entscheidungen „aus dem Bauch heraus“ getroffen werden. Aber was bedeutet dass?

Nichts anderes, als dass 80% unser Unterbewusstsein entscheidet.

 



 

Bei ungewöhnlichen Entscheidungen, oder wichtigen Entscheidungen passiert es allerdings, dass diese vom Bewusstsein aufgenommen werden und wir dann eine Möglichkeit haben, „bewusst“ zu entscheiden.

Aber was trägt letztendlich dazu bei, wie wir entscheiden?

Das fängt mit dem „Sein“ an, also unserem Charakter und unserer Veranlagung.

Im Rheinland, wo ich lebe, sagt man auch gerne: „Jeder Jeck ist anders“.

Und so ist es auch.

Von „Natur“ aus reagieren wir alle unterschiedlich. Situationen, welche mich ängstlich machen, können für Euch lächerlich erscheinen. (Ich mag zum Beispiel Höhen nicht, Ihr mögt dagegen evtl. keine engen Räume.)

Es ist ein emotionaler Bereich. Unsere Gefühle regeln nun, ob ich vom Kölner Dom aus runter gucke oder ob Ihr wirklich in den überfüllten Aufzug steigt.

Der nächste Bereich, welcher zu unseren Entscheidungen beiträgt, ist die Kindheit.

In dieser Prägungsphase erlernen wir Regeln, erwerben ein Wertesystem und bilden Glaubenssätze.

In diesem Zeitabschnitt haben die Familie, die Schule und das Umfeld einen prägenden Einfluss. Dieser Zeitabschnitt dauert so bis zum 10 Lebensjahr. Als Heranwachsender kommt dann noch das Umfeld dazu. Zum Beispiel haben unsere „besten“ Freunde nun Einfluss auf uns, genauso das Fernsehen und das Internet.

Auch hat sich die eigene Wahrnehmung geändert, was auch wieder Einfluss ausübt. Natürlich spielen die eigene Wahrnehmung und das Umfeld auch vorher eine Rolle, aber nicht bewusst, wie als Jugendlicher. Das fängt schon bei der Auswahl der Freunde an und hört beim Hinterfragen der persönlichen Wahrnehmung auf.

 

Vergleicht doch einfach mal die Wünsche von kleinen Kindern mit denen von Jugendlichen.

Ihr werdet sehen, dass die Wünsche von Kleinkindern grenzenlos sind. Und ich meine wirklich grenzenlos, es gibt keine Beschränkungen der Physik und keine Beschränkungen der Logik und der Erfahrung. Kleinkinder wünschen einfach. Erst später lernen Sie, dass ihre Wünschen Beschränkungen unterliegen.

 

Zu guter Letzt ein wichtiger Punkt: die Gewohnheit.

Das ist mehr im Erwachsenenalter anzutreffen und spielt eine riesige Rolle. Heute machen wir vieles, weil wir es schon immer gemacht haben. Selbstverständlich haben diese Gewohnheiten ihre Wurzeln auch in der Kindheit oder in der Zeit als Teenager, aber wirklich ausgelebt wird die Gewohnheit erst richtig, wenn wir erwachsen sind.

Es gibt Menschen, die rauchen gar nicht, weil sie sich abhängig fühlen, sondern aus Gewohnheit. Manche wählen immer dieselbe Partei, weil sie es so gewohnt sind. Es soll sogar Menschen geben, die sind aus Gewohnheit noch mit ihrem Partner zusammen. Ich will damit nicht sagen, dass Gewohnheiten was Schlechtes sind, natürlich sind sie das nicht.

Fitte Menschen gehen abends joggen, weil sie das immer 3-mal die Woche machen. Ehrenamtliche Mitarbeiter sind in zahlreichen Institutionen engagiert, weil sie es gewohnt sind, anderen zu helfen. Es geht mehr darum, das die Gewohnheit uns lenkt, und dies trägt halt zu unseren Entscheidungen bei.

 

 

Das war auch schon der 2.Teil meiner Reihe: Der Kunde, das unbekannte Geschöpf.

Wir haben in diesem Artikel erfahren, was alles zur Entscheidungsfindung beiträgt.

Vielen Dank für Euer Interesse

 

Oliver „Mercy“ Floßdorf

 

PS: Auch hier habt Ihr wieder Gelegenheit, Euch Notizen zu machen:

Überlegt, was zu Eurer letzten Entscheidung beigetragen hat?

War es Euer Wertesystem, Eure Erfahrung, Eure Wahrnehmung, Eure Gewohnheit
oder von allen ein bisschen?

 

 




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